Die Schwere des Anfangs

Wer kennt es nicht? Man hat eine Idee, einen Einfall, eine Aufgabe zu erledigen, von der man weiß, dass sie einen weiterbringt, aber man kommt einfach nicht in die Gänge. Wie lange ich diesen Blog schon beginnen wollte, mich jedoch nie dazu aufraffen konnte, einfach mal zu starten.

Viel zu groß war die Angst vorm Versagen.

 

Es gibt Ideen, die man einfach verwirklichen oder ausprobieren will. Und vielleicht beginnt man sogar… oder auch nicht. Und dann? Dann lassen wir sie liegen, die Ideen, denn wieder mal ist die Angst da, dass es nicht gut genug wird, dass es anders wird als gedacht und dass man versagt.

Ist das nicht absurd? Angst vorm Scheitern? Denn ohne scheitern würden wir nicht weiterkommen, würden wir nichts dazu lernen. Und wegen der Angst zu scheitern nicht zu beginnen macht uns auch nicht schlau, denn dann wissen wir nie, ob unsere Ideen nicht doch der Brüller waren?

Woher kommt diese Angst? Als Pädagogin beobachte ich immer wieder, wie Kinder im Kleinkind- und Kindergartenalter voller Tatendrang und voller Fantasie durch die Welt gehen, die Welt einfach erkunden, wie sie die Welt für sich konstruieren. Doch bereits bei Kindern im Grundschulalter scheint sich irgendwas mit der Zeit zu verändern. Sie scheinen nicht beginnen zu wollen, gehemmt und zweifeln an ihren Fähigkeiten. Was hat sich in dieser kurzen Zeitspanne bei ihnen verändert?

Die Erwartungen an sie. Die Schule, gerade im deutschen Bildungssystem, geht mit dem Ziel voran, die Kinder auf einen Stand zu bringen, sie zu vereinheitlichen, sie in eine Form zu pressen und sie zu leistungsstarken Arbeitskräften auszubilden, denn das ist schließlich gut für die Wirtschaft. So peitscht man die Kinder durch den Lehrplan. Es gibt sicherlich Lehrer und Lehrerinnen, die dieses System durchbrechen wollen, doch lassen der strikte Lehrplan und die vorgesehenen Prüfungen des Bildungssystems kaum Freiraum für eine individuelle Förderung und Persönlichkeitsentwicklung.

Was am Ende bleibt, sind Kinder – später dann Erwachsene –  die problemlos „Wissen“ runterrattern können und die die Erwartungen der Wirtschaft erfüllen. Was am Ende auch bleibt, sind ängstliche und fremdbestimmte Seelen, die Angst haben, aus der Reihe zu tanzen und etwas falsch machen. So haben sie in der Schule gelernt, dass quer denken mit Sanktionen verbunden ist.

Ein System der Angst dominiert unseren Alltag.

Doch was machen wir mit der Angst, aus der Reihe zu tanzen? Wie überwinden wir sie? Hineinfühlen, sich mit ihr auseinandersetzen, ihre Wurzeln erkennen… und einfach mal den ersten Schritt machen. So wie ich es jetzt tue. Die Angst ÜBERWINDEN. Denn der erste Schritt, der hat irgendwie was magisches, meditatives.

Und danach? Eine Gewohnheit entwickeln, es immer wieder versuchen und sich mit der Angst auseinandersetzen. Damit die Angst nicht mehr so groß ist. Denn nichts ist schlimmer, als die Angst vor der Angst. Oder doch?

Ich denke, am Ende bereuen wir immer die Dinge, die wir nicht getan haben. Und deshalb sollten wir mehr versuchen, mehr wagen. Und auf die anderen Meinungen scheißen.

Also dann, ran ans Werk! 🙂

 Bild: Entworfen durch Freepik

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